Planung
Spielbetrieb
Planung
Wie auf der Seite
vom Wandel
geschildert, sollte meine
US-Modellbahn ursprünglich
im Maßstab 1:87 H0 entstehen. Da in der H0-Planung
doch einiges an Arbeit steckt, ist diese hier zusammen
mit den Gedanken zum Spielbetrieb "archiviert".
Die Texte sind in der ursprünglichen Form (vor dem
Sinneswandel zu Z) belassen.
Platzprobleme: Zu Beginn hatte ich
das (bei uns
Modellbahnern nur allzu oft
vorkommende) akute Platzproblem zu lösen. Zur Zeit
steht mir für den Anlagenbau nur ein recht ungemütlicher
Dachspitz mit gerade mal 1,80 m "Stehhöhe"
in der Mitte und ca. 5,50 x 3,50 m Grundfläche zur
Verfügung. Die Planung ist aber schon so ausgelegt,
dass sie zu gegebener Zeit (mein Sohn möge mir verzeihen)
in einem der jetzigen Kinderzimmer untergebracht werden
kann.
Die Grundrisse von Dach und Kinderzimmer habe ich
für die weitere
Anlagenplanung übereinander
gelegt und so lange gegeneinander verschoben, bis
die beste Übereinstimmung der nutzbaren Flächen erreicht
war. (In der dargestellen Zeichnung habe ich zur Vereinfachung
Eintragungen wie z. B. Dachschrägen weggelassen)
So kann ich mit dem Herzstück, dem
Rangierbahnhof
und dem darunter befindlichen
Schattenbahnhof
beginnen. Dieser hat in beiden Räumlichkeiten (jeweils
im oberen Drittel) auf die gesamte Länge Platz. Für
die Zeit auf dem Dachboden wird eine provisorische
Hauptstrecke den Spielbetrieb ermöglichen.
Eckdaten der Anlage: Maßstab H0 1:87,
Größe im Endausbau 4,80 x 3,00 m (Raumgröße). Anlagenstil:
Rundherum an der Wand lang, mit einer frei schwebenden
Brücke als "duckunder" an der Zimmertür.
Vorbild ist die
BALTIMORE & OHIO Railroad
(
B&O) im Südosten der USA, Pennsylvania
/ Maryland / West Virginia, irgendwo in den
Appalachen.
Zeit ca. 1955 bis 1975 - da kann ich noch eine kraftstrotzende
2-8-8-0er, aber auch mal eine farbenfrohe
Chessie
GP30 fahren! Vorbildnahe
Code 83 Gleise und
RP-25 Radsätze sollen zum vorbildnahen Erscheinungsbild
der
Modellbahn beitragen. Das Hauptthema
der Anlage ist ein "yard", also ein großer
Rangierbahnhof. Da die
B&O ihr
Hauptgeschäft mit dem
Kohletransport bestritt,
ist dieser überwiegend für das Zusammenstellen von
langen
Kohlezügen aus den Minen der Region
konzipiert. Der yard ist von beiden Seiten über eine
zweigleisige Hauptstrecke an einen achtgleisigen
Schattenbahnhof mit
Kehrschleifen
angeschlossen. Weiterhin sind noch zwei bis drei "Industries"
wie beispielsweise ein
Kohlebergwerk mit Verladung,
eine
Viehverladung und eine
Holzhandlung
/ Sägewerk oder ähnliches vorgesehen.
Gleisplan: Der
Gleisplan
wurden mit
WinTrack
erstellt. Er ist
weiter Unten
zum download breit gestellt. In den weiteren Darstellungen
der sichtbaren Strecke sind die jeweils beschriebenen
Abschnitte farblich hervorgehoben.
Der yard: Dazu inspiriert hat mich das Buch
"APPALACHIAN COAL HAULER Interstate RR Mine
Runs and Coal Trains" (TLC Publishing, ISBN
1883089670). Hier sind die Abläufe auf einem
Kohle-Rangierbahnhof
detailliert dargestellt und auch verschiedene
Gleispläne
abgebildet. Der yard ist in drei Abschnitte eingeteilt:
Abstellharfe [1] für beladene
Kohlewaggons
vor der
Gleiswaage (scale),
Abstellharfe
[2] für gewogene
Kohlewaggons und lange
Gleisharfe
[3] für das Zusammenstellen von Zügen mit unterschiedlichen
Zielorten und das Bereitstellen von leeren
Kohlewaggons
für die Minen. Zudem ist noch eine
LKW-Trailerverladung
angeschlossen. Eventuell kommt noch ein
Blindgleis
mit einer kleinen
Güterverladung hinzu (langsam
geht mir der Platz aus!). Die
zweigleisige Hauptstrecke
geht mitten durch den yard, was beim Vorbild durchaus
vorkam.
Gleisradius im yard nicht unter 400
mm. Dem yard angeschlossen ist ein kleines
Betriebswerk
für die
Lokomotiv- und Waggonwartung. Der
Gleisplan hierfür ist nur Beispielhaft angedeutet
und noch nicht gänzlich ausgearbeitet.
Die Hauptstrecke: Die
zweigleisige
Hauptstrecke soll den Charakter der
B&O
als Class 1 Main-Line, also eine der großen
Eisenbahngesellschaften
der USA wieder spiegeln. Sie sollte keinesfalls als
Rundkurs ausgebildet werden. Das eine Ende verschwindet
auf yard-Level nach dessen Verlassen im Bergmassiv,
das andere nach einem Bergaufstieg mittels langer
Rampe
(Schaustrecke) auch im Berg. Der Streckenverlauf
ist in der Planung noch recht "gerade" dargestellt.
Hier ist eine leicht geschwungene
Trassenführung
vorgesehen. Die frei schwebende Brücke wird als Stahlkastenkonstruktion
(im Modell aus Messing) ausgeführt. Im Inneren verläuft
unsichtbar die eingleisige Strecke des
Schattenbahnhof.
Gleisradius nicht unter 500 mm.
Die Mine: Von der
Hauptstrecke
abzweigend führt eine eingleisige Strecke zur
Kohlemine.
Dort findet die Beladung der
Waggons auf
drei kurzen Gleisen statt. Diese verschwinden verdeckt
unter der Mine, um in die Zufahrt zum
Schattenbahnhof
zu münden. Mehr zum Sinn oder Unsinn dieser Geschichte
unter
Spielbetrieb.
Der Schattenbahnhof: Die Vorgaben
für den
Schattenbahnhof: 8 Gleise, möglichst
lang! Nur eine Durchfahrtsrichtung. Mindestradius
450 mm mit Normschienen und keine direkt aufeinander
folgenden Richtungswechsel für störungsfreien Betrieb
(Wunschdenken?). Zwischen den Trassen sollte noch
Platz für den Zugriff von unten bleiben, da dieser
von oben und hinten nicht möglich sein wird. Abgebildet
sind der
Schattenbahnhof, die Ein- und Ausfahrten
zu den Tunnels (nicht ausgefüllte, rote Gleise - diese
liegen auf verschiedenen Höhen!) und die
Kehrschleifen
für beide Richtungen.
Gleismaterial: Als
Gleismaterial
für alle sichtbaren Strecken möchte ich das
TILLIG
Elite-Gleissystem Code 83 verwenden. Es ist - wenn
auch nicht mit US-typischen
Kleineisen und Schwellenlagen
ausgestattet - sehr fein detailliert und hat wunderschöne
Weichen mit echten
Federzungen, die sich bei
Bedarf auch noch ein wenig dem gewünschten
Gleisverlauf
anpassen (verbiegen) lassen. Zudem laufen
RP-25
Radsätze vorzüglich darauf. Für den
Schattenbahnhof
und alle weiteren verdeckten Schienen hat sich das
Roco-Line
Gleissortiment ergeben, da dieses recht Umfangreich
mit Radien und Weichen ausgestattet ist. Damit soll
ein möglichst störungsfreier Betrieb "unter Tage"
gewährleistet werden. Für den Betrieb mit
RP-25
Radsätzen sind die Weichen jedoch mit speziellen
Einsätzen zu versehen, da die Roco Weichen nach dem
Spurkranzauflaufprinzip arbeiten. Ob hier die
Variante mit Bettung für eine gute Geräuschdämmung oder
die preisgünstigere ohne Bettung zum Einsatz kommt,
weiß ich noch nicht. Vielleicht hat jemand einen Tipp
für mich?
Download: Der zum download bereitgestellte
Gleisplan ist nicht zu 100 % ausgearbeitet.
Höhen und Steigungen sind teilweise unvollständig.
Stand: 20.04.2004
WinTrack
V6.0:
planung1_trs.zip
4 KB
WinTrack
V6.1 3D:
planung1_tra.zip
12 KB
Spielbetrieb
Ziel der meisten
Modelleisenbahner ist es
doch, irgendwann einmal einen möglichst realistischen
Spielbetrieb durchführen zu können. Bei der ersten
Anlage, die ich als Jugendlicher zusammen mit meinen
beiden Brüdern baute, hatten wir uns bei der Planung
(wenn man dabei überhaupt von einer Planung sprechen
kann) kaum Gedanken über realistisches Spielen gemacht.
Die Züge sausten halt auf dem immerhin zweigleisigen
Oval umeinander, zum rangieren oder Züge zusammenstellen
gab es außer dem BW aber wenig Möglichkeiten. Viel
Spaß gemacht hat's trotzdem!
Auf dem yard (Rangierbahnhof)
soll sich der Spielbetrieb der geplanten Anlage überwiegend
zutragen. Dieser liegt an einer der
Hauptstrecken
der B&O und dient in erster Linie dem wiegen,
sortieren und zusammenstellen von
Kohlezügen
aus den umliegenden Minen. Die Minen (im Vorbild)
erzeugen meist unterschiedliche Korngrößen (von #5
bis broken / lump), zudem werden verschiedene
Kohlearten
wie Anthracite, Bituminous, Sub-Bituminous und Lignite
abgebaut. Die geförderte Kohle wird in kurzen Zügen
je nach Förderleistung der Mine täglich oder mehrmals
Wöchentlich über die so genannten
"branch-lines"
(eingleisige "Äste" von den
Hauptstrecken
zu den Minen) zum yard transportiert. Die Tagesleistung
(in Waggons, meist 55-ton hoppers) der einzelnen Mine
hängt natürlich von deren Größe ab. Im yard werden
die hopper dann auf der
Gleisharfe [1] vor
der Waage zum wiegen bereitgestellt. Jeder Waggon
wird einzeln gewogen und auf der der Waage folgenden
Harfe [2] abgestellt. Die gewogenen Waggons
werden nun für die verschiedenen Abnehmer in der Industrie
nach Kohleart und Korngröße sortiert und zu langen
Zügen auf der großen
Gleisharfe [3] zusammen
gestellt.
Dieses typische Vorgehen auf einem
Kohle-Rangierbahnhof
wird sehr ausführlich in dem phantastischen Buch
"APPALACHIAN
COAL HAULER Interstate RR Mine Runs and Coal Trains"
(TLC Publishing, ISBN 1883089670) by Hugh und Ed Wolfe
beschrieben (in Englisch). Der Autor nutzt Informationen
und Material aus erster Hand - sein Vater war von
1937 bis 1978 Bremser und Zugleiter bei der
Interstate
RR. Man muss sich nur ein bisschen in den "slang"
einlesen, dann macht das Buch aber riesig Spaß!
Über den Schattenbahnhof können zusätzlich
zur vorhandenen Mine weitere, an der
Hauptstrecke
gelegene
"Kohleerzeuger" simuliert
werden. Dieser ist mit den beiden
Kehrschleifen
so angelegt, dass - obwohl nur eine Durchfahrtsrichtung
des SB - die abgestellten Züge auf beide Enden der
Hauptstrecke gelangen können. Ebenfalls können
die Züge von beiden Enden der
Hauptstrecke
auch wieder in den
Schattenbahnhof einfahren.
Hier wird wohl eine interessante Steuerung notwendig
werden!
Sinn der aus der Planung ersichtlichen Rückführung
von zwei der drei
Beladungsgleise der Mine
zum
Schattenbahnhof ist es, die angelieferten
leeren Waggons unter die
Beladung der Mine
zu fahren, um nach dem "Beladen" gefüllte
Waggons herausziehen zu können. Damit wird vermieden,
dass volle Waggons zur, - und leere von der Mine gefahren
werden müssen. Weitere Spielmöglichkeiten werden sich
durch die beiden kleinen "Industries" an
der
Hauptstrecke und der
branch
ergeben. Hier sind zum einen eine
US-typische
Viehverladung sowie ein kleines
Sägewerk
/ Holzverarbeitung vorgesehen. Zudem ist dem
yard eine
Trailerverladung (piggipack) angeschlossen.
Auf der
Hauptstrecke verkehren außer den
"mine-runs" und den
Kohlezügen auch
für eine
Class 1 Main-Line typische, lange
Güter- und Fernreisezüge. Dies soll auch
automatisiert möglich sein, um sich ganz dem Spielbetrieb
im yard widmen zu können.
Zum Thema Steuerung für "Selbermacher"
kann ich nur die beiden Open-Source-Projekte
DDL
(Digital Direkt für Linux) und
DDW
(Digital Direkt für Windows) empfehlen. Diese
Multiprotokoll-Controller
und
Steuerungssoftware für digitale Modelleisenbahnen
ist ohne spezielle Hardware einsetzbar. Als Open-Source-Projekte
freie Nutzung und weitergabe der Software. Läuft auch
auf den ältesten Kisten!
DDW
ist die Portierung von
DDL.
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