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Gehäuse für Digitalbooster


Gehäuse für Digitalbooster

Man nehme ein ausrangiertes PC-Netzteil (findet man fast immer auf dem Werststoffhof beim Elektroschrott), einen CONRAD Digitalbooster B-2, einen Sicherungshalter, einen Taster und Buchsen (alles für den Gehäuseeinbau) und einen passenden Transformator. Hierfür verwende ich nicht den empfohlenen "XYZ speziell für die Modellbahn", sondern den preiswerteren Bruder mit Steckanschlüssen aus der "normalen" Elektronikabteilung mit SEC 18 V und 50 VA. Dieser passt mit seinen Abmessungen auch besser in unser Gehäuse.


Computernetzteil, Transformator und Booster B-2


Zuerst wird das Computernetzteil in seine Einzelteile zerlegt. Nur der Lüfter, der Netzschalter, die Strombuchse und die (meist an der Buchse angelötete) kleine Platine zur Netzentstörung können am Blech verbleiben. Den Lüfter und die Netzentstörung natürlich mal auf Funktion prüfen! Von den ausgebauten Intarsien noch nichts wegwerfen - wir betreiben hier astreines Recycling! Die dicken "Kabelwürste" mitsamt den Steckern an der Netzteil-Platine abknipsen. Wer sich die Arbeit machen möchte entfernt sämtliche Bauteile von der alten Platine, um diese als Montageplatte wieder zu verwenden. Die meisten Bauteile lassen sich ohne löten von der Bestückungsseite aus mit einer normalen Kombizange herausziehen. Den Kühlkörper des Netzteils befreien wir noch von den aufgeschraubten Transistoren um ihn ebenfalls weiter zu verwenden.

Nun werden die Aussparungen für den Sicherungshalter, den Taster und die Anschlußbuchse(n) der Steuerleitung in das Gehäuse gearbeitet. Für die Steuerleitung wird hier die 9-Polige RS-232 Steckverbindung (PIN 3 + 5) verwendet, da der Booster mit DDW über die serielle PC-Schnittstelle (COM) angesteuert werden soll. Am besten baut man gleich zwei parallel geschaltete Buchsen ein - über ausrangierte Monitorkabel können dann ohne großen Aufwand weitere Booster hintereinander gehängt werden. Die Buchsen werden von ausgemusterten Grafikkarten entwendet.

PS: Der Booster kann natürlich auch ohne PC von einer Handelsüblichen Digitalzentrale angesteuert werden!

Noch ein kleiner TIPP: Möchte man mehrere Booster gleichzeitig mit nur einem Taster aktiv schalten, einen Booster zum "Master" deklarieren, nur in diesen einen Taster einbauen und die Schaltleitungen (in allen Boostern) auf zwei freie Pins der RS-232 Steckverbindungen legen! Nur darauf achten, dass eine der Buchsen des "Masters" (die für die Verbindung mit dem PC) nicht mit den Schaltleitungen belegt und von außen sichtbar als diese gekennzeichnet wird.


Gehäuse mit Netzentstörung und Lüfter


Der Trafo wird nun so auf die Montageplatte geschraubt, dass er möglichst nicht das Gehäuse berührt, aber noch ausreichend Platz für die Boosterplatine lässt. Die Stromzufuhr von der Netzentstörung kann nun schon hergestellt werden. In diese wird der Sicherungshalter eingeschleift, der praktischerweise von außen zugänglich sein sollte. Wenn nun das ganze testweise am Netz hängt, sollte an den Sekundäranschlüssen des Transformators Spannung anliegen.


Platine mit Transformator im Gehäuse, Booster mit Kabel


Die Boosterplatine nach Anleitung bis auf die Leistungstransistoren zusammenlöten, diese kommen später separat auf den Kühlkörper. Auf ausreichenden Abstand der Bauteile - besonders der Leistungswiederstände und der dicken Dioden zur Boosterplatine achten! Für die Stromzufuhr, den Fahrstromausgang, den Steuereingang und den Taster können nun die Kabel angelötet werden. Für die "Leistung" führenden Kabel verwendet man welche aus den "Kabelwürsten" - diese haben die geforderten 2 mm² Querschnitt. Für den Taster und den Steuereingang genügen dünne Litzen. An den Fahrstromleitungen belasse ich am Ende einen der Verbindungsstecker als Trennstelle zur Gleisversorgung. Die Leistungstransistoren mit den Isolierplättchen und -Buchsen auf den Kühlkörper schrauben. Mit Kabeln die Verbindung zur Boosterplatine herstellen. Die Lötverbindungen an den Transistoren werden mit Schrumpfschlauch gesichert. Nun die Boosterplatine mit Abstandshülsen auf die Montageplatte schrauben. Der Kühlkörper wird mit Hilfe eines Blechwinkels ebenfalls an der der Montageplatte befestigt. Die Fahrstromkabel durch die bereits vorhandene Gehäusedurchführung mit Hilfe der Kunststoffbuchse führen. Hier auf Zugentlastung der Kabel achten.

Für die Notwendige Kühlung sorgt der vorhandenen Netzteillüfter. Da dieser 12 V = benötigt, verwenden wir zur Spannungsreduzierung noch einen Spannungsregler (Transistor), dem ein Gleichrichter vorgeschaltet wird. Diesen "Spannungsregler" gibt es mit verschiedenen Ausgangsspannungen, somit kann der Lüfter mit weniger Drehzahl betrieben und der Schallpegel geringer gehalten werden. Hier ist ausprobieren gefragt, damit das ganze bei Vollast und unter Dauereinsatz nicht überhitzt. Sollte der Spannungsregler auch Kühlung benötigen, den Transistor einfach mit auf den Kühlkörper schrauben. Die noch elegantere Lösung: eine temperaturgeregelte Lüftersteuerung! (Hier bin ich noch am tüfteln) Die ist in älteren Netzteilen auf einer separaten kleinen Platine untergebracht. Gibt's aber auch zu kaufen.

Nun noch die Steuerleitungen mit den RS-232 Buchsen verbinden, den Taster mit "seinen" Litzen verlöten und die Spannungsversorgung vom Trafo zur Boosterplatine herstellen.


Booster, Trafo und Lüfter im Gehäuse

Gehäuse mit RS-232 Buchsen und Kabeldurchführung

Gehäuse mit Sicherungshalter und Taster


Die Inbetriebnahme nach Anleitung vornehmen. Hierzu muss das Gehäuse für die Feinabstimmung noch geöffnet bleiben, oder man fertigt über dem Einstellpoti eine Bohrung im Gehäuse.

Nach erfolgreichem Test und anschließendem Aufsetzen des Gehäusedeckels kann nun unser neuer Booster unter der Anlage verschwinden. Wer möchte, kann sich für einen einfachen Ein- und Ausbau des Gerätes eine Einschubhalterung aus einem alten PC-Gehäuse "rausschneiden".

Noch eine Idee: Wer über ein großes PC-Gehäuse mit reichlich Platz verfügt, könnte den Booster ja direkt in den Rechner einbauen und mit der RS-232 Schnittstelle verkabeln. Nachteil: der Fahrstrom muss über ein längeres Kabel bis zur Gleiseinspeisung geführt werden.
Fertiges Boostergehäuse


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